15. Februar 2017 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Wieder ein Grund, J.K. Rowling zu verehren

J.K. Rowling schreibt nicht nur schöne und interessante Bücher, die mich auch in kaltherzigen Zeiten immer wunderbar wärmen. Nein, die Schriftstellerin ist auch eine der wenigen, bei denen es sich lohnt, ihr auf Twitter zu folgen. Denn sie legt sich mit all den Leuten an, mit denen man sich anlegen sollte – Brexiter, Trump-Fans, Verbreitern von Fake News und Piers Morgan.

Nun wird man Piers Morgan in Deutschland nicht kennen, ist so eine Art Kai Diekmann und – dass ich so etwas mal schreiben werde – noch ne Ecke schlimmer. Ganz besoffen von sich und seiner Rechthaberei. Ein Journalist, der gerne provoziert mit seinen Parolen. Er hat sich auf die Seite von Donald Trump geschlagen und es schmerzt ihn sicherlich, dass ihn Kai Diekmann und Michael Gove in Speichelleckerei geschlagen haben und ein Interview mit dem neuen Präsidenten bekamen.

Morgan ist auch kein Freund von Feministinnen, er unterbricht sie gern und denkt, sie würden ihn nicht richtig verstehen, deshalb hebt er dann auch meistens die Stimme. Der Brite ätzte gegen den Women’s March, was Grund für Ewan McGregor war, nicht in seine Sendung zu kommen. Neben seinen Schreibereien für die Daily Mail, macht Morgan nämlich noch Frühstücksfernsehen und in dieser Funktion sollte er McGregor interviewen, aber dieser wollte sich nicht mit einem Frauenfeind morgens die Laune verderben lassen und sagte dankend ab. Das wiederum animierte Morgan dann per Daily Mail und Twitter gegen den Schotten zu wettern.

Wie gesagt, Piers Morgan wird in Großbritannien von Linken und Liberalen mit Leidenschaft nicht gemocht. Hass ist so ein starkes Wort, aber manchmal bricht er dann doch aus. Egal, besagte Morgan-Nichtmöger haben mit Wonne gesehen, wie der Brite bei Bill Maher abgewatscht wurde, als er allen Ernstes behauptete, dass Trumps Einreiseverbot nicht Muslimen gilt:

Und eine von ihnen war J.K. Rowling, die den Clip ihren neun Millionen Followern zeigte. Das fand Piers Morgan gar nicht gut und die beiden lieferte sich einen Twitter-Krach. Den J.K. Rowling gewann. Sag ich jetzt mal so, denn nach all den Anfeindungen von Morgan veröffentlichte sie einen Artikel, in dem sie über den grünen Klee gelobt wurde. Sie sagte nicht, wer das war, aber Morgan biss an und verurteilte das als “Humblebrag”, also eine Art, in der man bescheiden tut, aber in Wirklichkeit angibt. Pech für Morgan, dass er den Artikel selbst geschrieben hatte und dies nicht erkannte. Er war es, der J.K. Rowling hier so lobte. Spiel. Satz. Sieg J.K. Rowling.

Obwohl ich glaube, dass Morgan das so nicht auf sich sitzen lässt und weiterhin auf Twitter gegen die Erfolgsautorin schießen wird. Oder im Fernsehen. Oder in der Daily Mail. Er hat da ja so einige Möglichkeiten und schon deshalb muss man J.K. Rowling mögen, denn er ballert da verbal aus allen Löchern und so etwas muss man abkönnen. Aber da ist sie ja Kummer gewöhnt, gerade läuft wieder mal ne Welle in den USA, wo man ihre Bücher verbrennen will, weil ihre Gesinnung zu liberal sei.

Eine nette Randnotiz: Morgans Sohn Spencer (23) veröffentlichte ein Foto von sich mit einer Harry-Potter-Tätowierung und titele “Akward”. Na, immmerhin beweist der Nachwuchs Humor -hat er wahrscheinlich von der Mutter.

15. Februar 2017 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Fremdschämen Deluxe: “Toni Erdmann”

Es ist zwar totaler Quatsch, aber ich bin doch immer sehr stolz, wenn ein deutscher Film es schafft, die Briten zu erobern. Das passiert ja nicht allzu häufig, aber nun überschlagen sich alle mit Lob, was Maren Ades “Toni Erdmann” betrifft.

Zu Recht, denn es ist ein großartiger Film, voll mit Momenten des Fremdschämens, übrigens ein deutsches Wort, das Mr.D. besonders liebt, denn so etwas gibt es nicht in englischer Übersetzung. Was wiederum erstaunlich ist, denn dieses Land beherrscht das Fremdschämen so gut und hat daraus tolles Fernsehen gemacht, man denke nur an den Meister des Fremdschämens – Ricky Gervais und “The Office”.

Aber zurück zur Komödie “Toni Erdmann“, die ist in Deutschland ein alter Hut, aber in Großbritannien darf man jetzt erst sehen, wie Winfried Conradi auf die Schnapsidee kommt, seine Tochter Ines, die in Bukarest als Unternehmensberaterin arbeitet, zu besuchen – auch wenn diese es gar nicht will. Er ist einer, der Streiche und falsche Gebisse liebt, sie ist eine, die das vielleicht als Kind gemocht hat, aber nun nicht mehr viel Witziges an ihrem Vater finden kann.

Ines hat sowieso wenig Spaß. Sandra Hüller spielt sie so wunderbar unterkühlt, aber man sieht, dass die Frau auf einem offenen Stromkreis läuft. Und vielleicht will sie ja auch aus dieser kalten Geschäftswelt gerettet werden, in der man mal eben ganze Firmen schließt und Menschen in die Trostlosigkeit entlässt. Aber wenn, wird es nicht ihr Papa sein, der das schafft. Und irgendwie weiß dieser das auch, so sehr er es auch liebt, mit Perücke und Gebiss die Berufswelt seiner Tochter aufzumischen. Seine tapsigen Versuche, seinen Nachwuchs davon zu überzeugen, dass er in einer Welt der falschen Werte lebt, sind unsagbar komisch, aber dann auch wieder traurig.

Denn obwohl ich bei einigen Szenen mich nicht mehr halten konnte – eine waschechte Komödie ist “Toni Erdmann” nicht, dafür gibt es zu viele Momente, wo man einen Kloß im Hals hat. Aber Regisseurin Maren Ade setzt nie auf Sentimentalität und das kann man ihr nicht genug anrechnen. Weiß der Himmel, was die Amerikaner aus dem Remake machen – Jack Nicholson und Kristen Wiig übernehmen das Ruder und ich weiß jetzt schon, welche Szenen rausfallen und wo mehr auf die Tränendrüse gesetzt wird, weil das dem amerikanischen Publikum besser gefällt.

Aber ich mochte gerade die Unsentimentalität von “Toni Erdmann”, die sich bis zum Ende durchzieht. Ein toller Film und – das ist das zweite Wunder – mit 142 Minuten wirklich nicht zu lang. Man möchte da keine Minute missen, ein Hoch auf Sandra Hüller und Peter Simonischek, denen man ewig zuschauen könnte.

14. Februar 2017 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Tom Hardy kann auch anders


Wieder ein Beispiel, dass Tom Hardy momentan der Guckschatz der britischen Nation ist, denn seine Gute-Nacht-Geschichten, die er für das britische Kinderfernsehen vorlas, wurden nicht nur von den lieben Kleinen geschaut. Von mir zum Beispiel. Und ich hab noch nicht einmal ein Kind! Könnte jetzt den Dackel vorschieben, zumal die Geschichte von einem Hund handelt. Aber genug der Ausflüchte -Tom Hardy macht momentan alles richtig.

10. Februar 2017 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Düster und dunkel: “Taboo”


Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich ‘Taboo’ gewidmet habe, denn in der Brexit- und Trumpwelt möchte ich momentan eher etwas Nettes sehen, nix Düsteres. Nun, nett ist diese neue BBC-Serie “Taboo” so gar nicht. Tom Hardy spielt hier James Delaney, der 1814 nach zwölf Jahren mehr oder minder gezwungenem Afrika-Aufenthalt nach London zurückkehrt. Er tritt das Erbe seines verstorbenen Vaters an, der unter anderem eine kleine Insel im Pazifik besitzt, die für das britische Königreich, insbesondere der East India Company, und den Vereinigten Staaten interessant sein könnte.

Auf den ersten Blick wirkt Mr. Delaney eher wie ein Schurke, Narben im Gesicht, übersät mit Tätowierungen und ein Sonnenschein ist er garantiert nicht. Er liebt seine Halbschwester Zilphia (Oona Chaplin), die sich in eine lieblose Ehe geflüchtet hat. Inzest ist also eines der ‘Taboo-Themen, aber mehr noch geht es um das Ränkespiel der East-India-Company, die von Sir Stuart Strange (Jonathan Pryce) mit aller Gier und Grausamkeit geführt wird. Aber er ist nicht der einzige Gierschlund – Prinz George, der das Königreich regiert, solange sein Papa ‘Mad King George’ nicht in der Lage ist, möchte natürlich auch etwas vom Kuchen des Handels mit dem Rest der Welt haben.

Prinz George wird von Mark Gatiss in einem Fatsuit gespielt und man muss sagen, dass Herr Gatiss Arschlöcher besonders gut kann, siehe sein Mycroft in “Sherlock”. Georges Privatsekretär Coop ist noch besser, denn im Laufe der Serie sorgt er doch für allerlei Ungemach der East India Company. Alle haben Dreck am Stecken, alle wollen sich am Kolonialismus laben – auch James Delaney. Der ist wirklich weit davon entfernt, ein Sympath zu sein. Aber natürlich mag man ihn. Warum? Er wird schließlich von Tom Hardy gespielt.

“Taboo” ist sein Baby, er hat es in Auftrag gegeben und produziert und sein Papa hat es mitgeschrieben. Die zehn Millionen Pfund Produktionskosten sind noch nicht wieder eingespielt, was die britische Presse genüsslich verbreitete. Aber ich kann mir vorstellen, dass ‘Taboo’ auch in Deutschland ein Erfolg sein könnte. Mr. Hardy wird doch in Deutschland geschätzt, sein Hau-Drauf-Charme zündet auch hier und er wird jetzt sogar als Top-Favorit für die Rolle des James Bond gehandelt. Was wiederum dagegen spricht, dass er die Rolle auch bekommt – die Bond-Verantwortlichen wollen schließlich jemanden aus dem Hut zaubern, mit dem niemand gerechnet hat.

Aber das Zeug dazu hätte er: Tom Hardy ist ein guter Schauspieler, das hat er in dem Kray-Film ‘Legends’ so wunderbar bewiesen, als er gleich beide Gangsterbrüder spielte. Mein Herz eroberte er, weil er Hunde so sehr mag, da bin ich ganz einfach gestrickt.

Ein Schauspieler, der seinen Hund zur Premiere mitbringt und der sich so oft mit Vierbeiner ablichten lässt und dann auch immer mal wieder ins Tierheim marschiert, um mit ihnen zu schmusen, hat mein Herz. So einfach ist das. Und das ist auch der Grund, warum ich trotz aller Düsterkeit “Taboo” weiterhin die Treue halte, denn Tom Hardy ist hier Dreh- und Angelpunkt. Bin mir nicht sicher, ob sein Delaney dieses Ränkespiel überleben wird, aber ansehen werde ich es mir trotzdem.

01. Februar 2017 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Choose life! Trotz aller Bitterkeit!: T2- Trainspotting

Der schottische Dialekt ist eine knifflige Angelegenheit und weit davon entfernt, von mir je beherrscht zu werden, aber eines kann ich: “Choose life” genauso sagen, wie es Mark Renton alias Ewan McGregor in ‘Trainspotting’ tut. Es klingt wie “Tschuuuus Llaiff” und die Zunge macht einen kleinen Kusselkopp im Mund. Und genauso fühlte ich mich, als ich vor 20 Jahren Danny Boyles ‘Trainspotting’ sah – als ob ich zu viele Kusselköppe gemacht hätte. Ein bisschen schwindelig, aber irgendwie auch angfixt, wenn der Kalauer erlaubt ist. Trainspotting war manchmal fast ein kleiner Horrorschocker – DAS BABY!!! Hier blieben Unschuldige auf der Strecke. Und ein paar Schuldige auch. Wenn Heroin im Spiel ist, kann das Leben kein Ponyhof sein.

Und das Leben ist auch zwanzig Jahre später kein Ponyhof: Unsere vier Jungs hatten in den zwei Jahrzehnten nicht den größten Spaß – Begbie (Robert Carlyle) verbrachte die meiste Zeit davon im Knast und wedelt immer noch gern mit dem Messer herum, Sick Boy (Jonny Lee Miller) hält sich mit kleineren Erpressungen über Wasser und kokst wie ein Weltmeister. Spud (Ewan Bremner) hat immer wieder versucht, clean zu werden, es nie richtig geschafft und irgendwann das Recht auf ein Familienleben verloren. Renton kann zwar von sich sagen, dass er kein Heroin mehr spritzt, aber so richtig doll sieht seine Bilanz nach zwanzig Jahren auch nicht aus.

Regisseur Danny Boyle wollte mit “T2 – Trainspotting” keine übliche Fortsetzung drehen und das ist ihm schon allein deshalb gelungen, weil er Geduld bewies und zwanzig Jahre verstreichen ließ. Seine Antihelden sind gealtert und das Leben hat seine Spuren in den Gesichtern gelegt, auch wenn Miller und McGregor ein bissken zu fit sind, aber das nehmen wir mal so hin. Es geht hier um verratene Träume, aber zuallererst um Erinnerungen. Erinnerungen an eine gemeinsame Kindheit und Jugend. Die Frage, was hat dich bloß so ruiniert? Oder auch nicht, denn unter all dieser Bitterkeit gibt es nach wie vor jede Menge Leben und Hoffnung auf ein besseres Dasein. Ausgerechnet Spud, dessen ganze Physiognomie Loser schreit, verkörpert hier das Herz des Films und sorgt dafür, dass man nicht ganz so desillusioniert aus dem Kino kommt. Denn es geht bei T2- Trainspotting ja auch darum, wie man selbst die zwanzig Jahre verbracht hat.

Meine Nichten und Neffen werden den Film ganz anders wahrnehmen als ich – wenn er sie überhaupt interessiert. Für meine Generation, die ungefähr ein Alter mit Renton, Spud und Sick Boy ist, geht das Ganze tiefer. Als diese schottischen Jungs durch Edinburgh zu Iggy Pops Lust for Life rannten, war das damals ein ziemlicher Kick. Ja, es gab Verluste zu beklagen und ich habe Trainspotting auch nie als Heroinwerbung wahrgenommen, aber es war auch keine Tragödie. Das hätten sie sich auch verbeten. Die Jungs ohne große Zukunft, versuchten trotzdem immer noch den großen Wurf. Und zwanzig Jahre tun sie es – allen Widerständen zum Trotz – wieder. Denn das Leben ist dazu da, nicht aufzugeben. Auch wenn es manchmal Gülle regnet und man sich nie sicher sein kann, verraten zu werden.

16. Oktober 2016 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Der Dackel ist wieder fidel

Für alle, die hier auf die Fortsetzung des Dramas um Ursus warten – der Dackel ist wieder gesund und munter! Und nicht nur das: Nach Hämmern und Wemsen gegen den Käfig hat sich der Dickkopf ergeben. Viel lieber als im Käfig im Schlafzimmer schlief er auf dem Sofa im Wohnzimmer. Nachdem ich das das Okay vom Tierarzt bekam, durfte Ursus das auch. Er hat sich jetzt so daran gewöhnt, dass er gar nicht mehr fiept, wenn wir zu Bett gehen. Er schlummert nun dort. Ich darf jetzt durchschlafen! Kein Getrampel, kein Gefiepe. Halleluja, die schlimmen Wochen haben also doch was Gutes gebracht!ursus

10. Oktober 2016 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Sich ins schottische 18. Jahrhundert weghören: Outlander

In Zeiten wie diesen, in denen ich ein wenig den Glauben an meine Wahlheimat verliere, neige ich zum Eskapismus. Wer tut das nicht? Und da ich hier ja gerne den Menschen etwas mitgeben möchte, was mich erfreut, lass ich euch an meiner neuesten Sucht teilhaben: Outlander.

Die Romane von Diana Gabaldon hab ich schon vor Jahren gelesen und dann wieder vergessen, aber seit über einem Jahr gibt es die Serie mit Caitriona Balfe und Sam Heughan, die richtig gut ist und so hab ich mich wieder mental in die schottischen Highlands begeben.

Allerdings mittels Hörbucher: Davina Porter erzählt so schön und sie hat die schottischen Akzente so gut drauf. Es geht hier um Claire, die 1945 mit ihrem Mann Frank Randall in die Highlands fährt, um sich wieder näher zu kommen. Der Krieg hatte sie getrennt, Claire kümmerte sich in Frankreich um verletzte Soldaten, während ihr Mann bei der Abwehr arbeitete. Das Paar heiratete kurz vor Ausbruch des Krieges und muss sich erst wieder aneinander gewöhnen, aber diese Chance bekommen sie nicht, denn Claire fällt bei einem Ausflug, der sie allein zu einem mysteriösen Steinkreis führte, in die Vergangenheit. Sie landet im Jahr 1743, drei Jahre vor der alles entscheidenden Schlacht in Cullodon zwischen Schotten und Engländern.

“Outlander” ist eine reine Frauenphantasie, denn jetzt taucht hier der aufrechte Highlander Jamie Fraser auf, der sich in Claire verliebt. Er beschützt sie, ist toll im Bett, hat Humor, ist vielsprachig. Ach, ach. Ja, das könnte alles schön in die Lore-Romane-Richtung abdriften und manchmal tut es das auch, aber man lernt viel über schottische Geschichte und später über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Und – das ist sehr wichtig – Claire ist kein Mövchen, sie ist eine starke Persönlichkeit, die sich durch schlimme Zeiten durchkämpfen muss, ihren Mann genauso oft rettet wie umgekehrt. Also doch nicht Lore-Roman. Aber dick sind die acht Bücher der Outlander-Reihe, manche umfassen fast 1000 Seiten. Die ich auch lese, aber wie schon erwähnt lasse ich sie mir lieber von Davina Porter vorlesen, denn dann kann man noch etwas anderes nebenbei machen.

Für alle, die nicht sofort die Hörbücher kaufen wollen und mal reinhören wollen:
YouTube löscht immer mal wieder die Hörbücher, aber sie kämpfen da vergeblich, denn sie poppen immer wieder auf. Also für alle, die mal reinhören wollen, hier der aktuelle Link, der sicherlich bald wieder gelöscht wird:

25. September 2016 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Ein Alptraum wird wahr: Der Dackel im Käfig

Der Dackel-Fluch hat uns also eingeholt: Ursus hat Rückenprobleme. Es hat also nichts genutzt, dass wir ihn schlank gehalten und eine Dackeltreppe in unser Wohnzimmer vor die Couch gestellt haben. Denn er ist ein sturer Dackel und hüpft gerne. Und nun hat er die Quittung bekommen – Schmerz im Nacken. Seine Schreie gingen durch Mark und Bein.


Ein Hoch auf die Statistiken

Also ab zum Tierarzt. Den er so gar nicht mag. Dabei ist dieser ein Netter – nur findet er nicht immer die richtigen Worte. Man sollte einer aufgelösten Hundebesitzerin wahrscheinlich nicht sagen, dass man vor Kurzem einen Dackel bei einer OP verloren hat. Einer OP, die Ursus droht, wenn er nicht für vier Wochen ruhig gestellt wird. So etwas will man nicht hören. Eher die Statistiken, die Freund P. aus seinem Handy zauberte: 78 Prozent aller Dackel mit Verdacht auf beginnender Dackellähme werden wieder gesund.

Die Nerven liegen blank

Positives Denken ist jetzt angesagt. Es sollte allerdings nicht überraschen, dass Ursus, dessen Lieblingsplätze sich auf dem Schoß und unter der Bettdecke befinden, einen Käfig als neues Zuhause nicht ohne Murren akzeptiert. Vier Tage und drei Nächte sind vergangen und die Nerven liegen ein wenig blank. Eine Decke hat er schon zerfetzt und es war natürlich die teure Decke, die ich in geistiger Umnachtung auf den Käfig zur Abdeckung gelegt habe, weil ich dachte, die Gerüche würden beruhigen. PAH! Und so wird nun die ein oder andere Schlafpille in den Käse gesteckt. Nicht zuviel – von den zwei Tabletten, die wir dürften, nutzen wir drei Viertel. Und der Whiffler bekommt seine Gurken und Kongs voller Käse, um ihn bei Laune zu halten.

Tabak und Cadbury

Alle Eltern zucken jetzt mitleidlos mit den Achseln und sie haben auch ihr gutes Recht. Aber ich habe keine Ahnung, wie wir den Rest der vier Wochen mit knapp vier Stunden Schlaf pro Nacht überstehen werden. Mr. D wird wahrscheinlich noch mehr rauchen und ich passe am Ende nicht mehr durch die Tür, da Mr. Cadbury momentan mein bester Freund ist. Andererseits kann man es wohl als gutes Zeichen werten, dass Ursus immer munterer wird. Er lahmt zum Glück nicht, bei ersten Anzeichen muss sofort operiert werden! Er darf bloß nicht viel laufen. Und so trage ich ihn mittags rüber zum Heath, denn dann will er seine Geschäfte nicht im Garten verrichten. Morgens und abends geht klar, aber mittags will er ein wenig Abwechslung.

Überlebensstrategien

Und ich brauche sie auch, denn natürlich bin ich ja auch für die nächste Zeit ans Haus gefesselt und ich hab alle meine Lieblingshörbücher schon durch. Zum Glück reagiert Ursus darauf, sein Fiepen wird weniger, wenn Herr Glenister den Cormoran Strike gibt und Davina Porter “Outlander” liest. Wir werden wohl noch andere Überlebensstrategien entwickeln müssen. Wünscht uns Glück!

Wenn nur eine Gurke hilft

Wenn nur eine Gurke hilft

16. September 2016 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Überraschend gut: “Bridget Jones’s Baby”

Der erste war wunderbar, der zweite grauenhaft, deshalb tanzte ich nicht gerade vor Glück auf den Tischen, als es hieß, dass es einen dritten Bridget-Jones-Film gibt. Aber irgendwie kriegt sie mich doch immer, Frau Fielding und ihre großartige Kreation Bridget Jones. Und dann lockt natürlich auch Colin Firth als Mr. Darcy.

Herr Firth macht “Bridget Jones’s Baby” auch so sehenswert, denn er darf hier wieder seine Trumpfkarte ausspielen: Niemand gibt einen Mann mit unterdrückten Gefühlen so gut wie Mr. Firth! Ich will hier nicht zuviel verraten, aber nach Sicht des Trailers dürfte wohl klar sein, dass Bridget mit zwei One-Night-Stands und alten Kondomen mal wieder für Chaos gesorgt hat. Sie weiß nicht, ob ihr alter Lover Mark der Vater ihres ungeborenen Kindes ist oder der amerikanische Milliardär Jack.

Kein Hugh Grant

Besagter Jack wird hier von “McDreamy” Patrick Dempsey gespielt und er tut nicht weh – das ist alles, was man sagen kann. Er ist halt kein Hugh Grant. Aber es ist auch klar, dass eine dritte Auflage Mark Darcy – Daniel Cleaver eher ermüdend gewesen wäre. Außerdem wird es sicherlich Frauen geben, die Herrn Dempsey bevorzugen – ich gehöre nicht dazu.

Greenwich Park!

Ja, es sind ein paar altbackende Witze in dem Film, aber er funktioniert trotzdem, denn es ist alles auf sehr britische Art schön albern. Und Greenwich ist auch zu sehen! (Das kam bei der Vorstellung im Greenwich Picturehouse besonders gut an!) Als bekannt wurde, dass sie im Park drehen, habe ich kurzfristig mit der Idee gespielt, den Dackel unauffällig in die Richtung zu zerren – auch wenn wir dort eigentlich nie hingehen, denn da wimmelt es nur so von Touristen. Hab es dann gelassen. Trotzdem: Immer schön, wenn man sein Zuhause auf der Leinwand sieht.

Wie bei Star Wars

Aber ich schweife ab: Warum “Bridget Jones’s Baby” so nett ist, liegt auch daran, dass sich Emma Thompson die besten Sprüche als Dr. Rawlings ins Drehbuch geschrieben hat. Sie durfte ein bisschen daran herumwerkeln, was der Komödie gut getan hat, denn jedes Mal, wenn sie auftritt, läuft es. Wie – darf ich das wirklich vergleichen? – bei “Star Wars: Das Erwachsen der Macht” stimmt die Mischung bei der Wiederbelebung: Man sieht genügend vertraute Gesichter und Slapsticksituationen, aber auch Neuzugänge wie besagte Dr. Rawlings oder Sarah Solemani als Bridgets neue beste Freundin schließt man gleich ins Herz.

Trotz Botox-Gesicht: Frau Zellweger überzeugt!

Bislang hab ich Renée Zellweger noch gar nicht erwähnt, dabei ist sie die Hauptperson. Ich bin wahrscheinlich durch die Hirnwäsche der Medien gegangen, denn ich musste mich erst an ihr Gesicht gewöhnen. Besonders wenn man es mit den unverbotoxten britischen Gesichtern vergleicht. Aber das gibt sich dann auch wieder, denn Frau Zellweger beherrscht Slapstick wie tragische Momente und sorgt so, dass man sie schnell wieder nur als Bridget sieht und all den hysterischen Mediakram vergisst.

Colin Firth als brodelnder Gentleman, Emma Thompson als zynische Gynäkologin und Renée Zellweger als Hohepriesterin vom Planeten Chaos verzücken so sehr, dass ich echt überlege, mir ‘Bridget Jones’s Baby’ noch einmal anzuschauen. In politischen Zeiten wie diesen ist man doch für jede nette Abwechslung dankbar.

10. September 2016 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Tom Burke als Cormoran Strike

Frau Rowling hat mit ihren Büchern immer wieder dafür gesorgt, dass es mir besser geht. Ich liebe ihre Harry-Potter-Bücher genauso wie ihre unter dem Pseudoynm Robert Galbraith geschriebenen Krimis. Letztere werden nun verfilmt. Natürlich werden sie das! Pack J.K.Rowling drauf und es wird ein Mega-Hit. Die BBC wird die Krimis um den Detektiv Cormoron Strike verfilmen und sie haben jetzt auch den Hauptdarsteller gefunden. Mit dem ich leben kann. Auch wenn er weniger hässlich als im Buch beschrieben ist. Die Produzenten wollten keinen übergewichtigen Riesen mit Krissellocken auf der Matschscheibe präsentieren, also schnappten sie sich Tom Burke.

Und der hat schon was, hatte schon was in ‘Third Star’, einem wunderbaren Film vor der ganzen Cumberbatch-Mania über einen unheilbar kranken Mann, der noch mal mit seinen Kumpels die walisische Küste sehen möchte. Ich habe im Gefühl, dass Tom Burke ähnliches Guckschatz-Potential hat wie Herr Cumberbatch. Auf alle Fälle bin ich gespannt, wie er sich als Cormoran Strike machen wird. Man muss aber noch ne Ecke warten – erst Ende 2017 wird die Serie ausgestrahlt.