03. September 2010 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff
Wenn nicht Freunde in Rumänien geheiratet hätten, wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, dorthin zu fahren. Aber es ist eine Offenbarung - und spottbillig. Besonders wenn man früh bucht. Die Happy Day Pension in Sibiu ist zu empfehlen - liegt nahe bei der Altstadt und die Doppelzimmer kosten umgerechnet 30 Euro. Sibiu hieß früher mal Hermannstadt und war eine deutsche Stadt in den Karpaten.
Überhaupt die Karpaten - man macht sich ja gerne lustig über die Karpaten - “Irgendwo in den Karpaten” heißt es doch, wenn man einen abgelegenen Ort beschreiben will. Aber dieses Gebirge ist wunderschön - man kann dort, wenn man will sehr gut Skifahren, aber auch einfach wandern. Nahe Sibiu gibt es auch ein Museumsdorf, das alte Gebäude, Windmühlen und Kirchen aus rumänischer Geschichte zeigt - sehr malerisch. Ach, und schweineheiß war es auch. Während man in Deutschland und Großbritannien beinahe abgesoffen ist, haben wir eine Woche Sonnenschein und 35 Grad gehabt. Rumänien und besonders Sibiu und die anliegenden Karpaten sind eine echte Urlaubsalternative - besonders für Menschen mit schmalen Geldbeutel.
03. September 2010 ››› Abgelegt unter Other Stuff
Ich habe Serge Gainsbourg nur als versoffenen Franzosen im Kopf, der die schönsten Frauen abbekommen hat. Der Film “Gainsbourg”, den die Deutschen erst im Oktober sehen dürfen, gräbt da ein bisschen tiefer, so dass Ignorantinnen wie ich auch was lernen. Regisseur Sfar schreibt und malt eigentlich Comics, das hat er sich hier zunutze gemacht.
Gainsbourg wird nämlich im Film immer wieder von seiner karikaturhaften Visage, wie sie Antisemiten gerne gezeichnet haben, eingeholt. Der arme Mensch, der darunter eingegangen sein muss oder es war CGI, sah aber nicht danach aus. Lucien Ginzburg, so der richtige Name von Gainsbourg, war zeitlebens Antisemitismus ausgesetzt - eine Tatsache, die ich gar nicht wusste.
Eric Elmosnino spielt ihn mit verletzlicher Arroganz - und sieht ihm wirklich sehr ähnlich (wie es sich schließlich für einen biografischen Film gehört, was für eine idiotische Aussage, aber lassen wir mal so stehen). Lucy Gordon spielt Jane Birkin, die Mama von Charlotte Gainsbourg. Gordon hat sich kurz vor Veröffentlichung des Films erhängt - sie war 29. Das gibt dem ganzen Film noch eine zusätzliche melancholische Note - die Britin spielt hier nämlich richtig gut. Es wäre der Start für eine große Karriere gewesen. Schon traurig. So bleibt “Gainsbourg” ihr filmisches Vermächtnis - aber es ist zumindest ein sehr gutes:
01. September 2010 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff
Die US-Serie “
Arrested Development” hatte leider nie riesige Zuschauerzahlen, wahrscheinlich war sie zu schräg für den amerikanischen Geschmack. Jetzt versuchen es die Macher noch einmal mit “Running Wilde” - der großartige
Will Arnett spielt einen verwöhnten Erben, dessen Schwarm aus Kindertagen wieder auftaucht.
Felicity Kendall spielt diese Dame als nervenden Gutmenschen. Aber der eigentliche Held der Show wird
Peter Serafinowicz sein.
Noch muss man seinen schwierigen Nachnamen nachschlagen, aber wenn die Serie in den Staaten angelaufen ist, wird es kein Halten mehr geben. Er spielt hier den Nachbarn aus dem Nahen Osten und was ich im Trailer gesehen habe, lässt wirklich Gutes erwarten.
31. August 2010 ››› Abgelegt unter Other Stuff
Es ist immer ein richtiges Fest, wenn Adam Goldberg in Craig Fergusons Late Night Show auftaucht. Von mir aus könnte der Mann jede Woche dort seinen Humor beweisen. Und ein guter Schauspieler ist er ja auch, wie man in “Soldat Ryan” und dem ur-komischen “Zwei Tage in Paris” sehen konnte. Enjoy:
20. August 2010 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff
Ich war ja felsenfest davon überzeugt, dass David Tennant uns in Richtung Amerika verlässt, um dort weltweiten Ruhm mit der neuen Serie “Rex is not your Lawyer” einzuheimsen. Aber irgendwie wollte NBC wohl nicht. Jetzt bleibt von dem ganzen amerikanischen Abenteuer nur ein kleiner Ausschnitt auf youtube - und der ist nicht dolle. Der amerikanische Akzent kommt Herrn Tennant nicht so flott von den Lippen, da muss er noch ein bissken üben:
16. August 2010 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff
Mit Menschen am Telefon englisch reden war immer mein Alptraum - man versteht die Damen und Herren so schlecht. Wenn man mit ihnen von Angesicht zu Angesicht plaudert, dann kann man interpretieren, aber das ist beim Telefonieren schlecht möglich.
Doch die Scheu vorm Telefonieren wurde mir von Virgin genommen. Wenn man nämlich 13 Mal anrufen muss (ich hab gezählt), hin und her verbunden wird und somit mit über 20 Leuten telefoniert, ist es irgendwann auch egal. Schottischer oder walisischer Dialekt kann mich am Telefon nicht mehr schrecken. Das ist allerdings auch wirklich das einzig Positive, das ich aus dieser Horror-Nummer mitnehme. Das nächste Mal, wenn Richard Branson beim London-Marathon vorbei trabt, sollte er aufpassen - der Groll sitzt tief.
Auch wenn man nach drei Wochen Vollzug melden kann und ich diese Zeilen endlich von daheim schreiben kann, puckert die Halsschlagader ganz doll, wenn ich ein Virgin-Plakat sehe. Jetzt könnte man sagen, dann wechsel doch den Anbieter, aber die sind leider alle gleich - Internet-Provider, auch wenn ich über zehn Jahre für einen gearbeitet habe, können einem das Leben ganz schön vermiesen.
01. August 2010 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff
Ach, mein Gefühl hat mich ja nicht getrogen, als ich den Trailer zu “Sherlock” gesehen habe. Eine großartige Serie -
Benedict Cumberbatch brilliert hier als Sherlock der Neuzeit und
Martin Freeman darf hier als Watson seine Schauspielkunst beweisen und mal nicht nur genervt schauen, wie er es sonst macht. Die Serie muss nach Deutschland verkauft werden oder zumindest auf DVD erscheinen, alles andere wäre sehr gemein.
Stephen Moffat hat sich ja zusammen mit Mark Gatiss diese neue Ausführung des Detektivs ausgedacht. Der junge Mann macht mir schon mit seinen Drehbüchern zu “Doctor Who” eine Freude. Und nun also “Sherlock”. Eine zweite Staffel ist schon genehmigt, da sich die Kritiken überschlagen und die Leute auch zukucken. Aber das wird wieder Hundert Jahre dauern. Moffat ist mit “Dr Who” beschäftigt, das hat Priorität, seufz. Obwohl mich dieser magere Output an Episoden kümmert, muss ich schon sagen, dass die Briten es richtig machen. Lieber drei großartige Folgen als zwanzig mittelmäßige Ergüsse. Das sieht man immer an den amerikanischen Serien, die das Niveau selten halten können. Also schauen wir uns dann die drei “Sherlock”-Folgen immer wieder an.
21. Juli 2010 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff
Desert Island Discs ist eine der nettesten Radiosendungen, die es gibt. Jeden Sonntag um viertel nach elf empfängt Kirsty Young interessante Menschen, die sich acht Musikstücke für den Aufenthalt auf einer einsamen Insel aussuchen müssen. Zwischendurch wird geplaudert und irgendwie scheint die Kombination besser zu wirken als ein übliches Interview. Die Leute sind viel offener. Und für die Zuhörer ist es gleich doppelt interessant - sie sehen, ob ihr Held oder Heldin einen vernünftigen Musikgeschmack hat und auch etwas auf dem Kasten hat. Tim Robbins war jedenfalls ein voller Erfolg - offen und ehrlich, sehr charmant, toller Typ.
20. Juli 2010 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff
Ach wie schön. Nachdem “Doctor Who” ja erst wieder Weihnachten zu sehen ist, dürstet man ein wenig nach hübsch englisch sprechenden Menschen. Und siehe da, BBC liefert. Und zwar einen Sherlock Holmes reloaded. Nix hier mit fetter Pfeife und Hut. Nee, das Ganze wurde den heutigen Sehgewohnheiten angepasst. Robert Downey Jr. hat es ja vorgemacht. Sein Sherlock Holmes ist muskelbepackt und stürzt sich in die Action. Benedict Cumberbatch scheint da eher beim Original des Denkers zu bleiben. Aber cool sieht es aus. Nächsten Sonntag geht es los - drei Folgen von “Sherlock” sind dann zu sehen. Und wetten , dass man wieder hundert Jahre darauf warten muss, bis die nächsten kommen. Seufz.
12. Juli 2010 ››› Abgelegt unter Other Stuff
Natürlich hätte ich gern die deutsche Mannschaft die Weltmeisterschaft gewinnen sehen, aber es hat ja nicht sein sollen. Es wurden die Spanier. ZUM GLÜCK! Ja, ein Arjen Robben spielt wunderbaren Fußball, aber Nasen wie van Bommel und de Jong möchte man einfach nicht mit Trophäe sehen, Knochenbrecher, die sie sind! Nein, es ist schon richtig, dass die Spanier gewonnen haben und sei es auch nur darum, dass Torhüter Iker Casillas seine Freundin danach knutschen konnte. Hab kein Wort verstanden, aber gerührt war ich schon: