27. Oktober 2009 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Dylan und die Londoner

“Ich hoffe, eure Woche wird besser”. Autsch. Dylan Moran hatte mächtig zu kämpfen, um das Londoner Publikum zu erobern. Seiner Meinung hat er verloren - “Dank euch bin ich jetzt auf schlimmste Dürrezeichen vorbereitet”. Da muss er jetzt durch. Er war schon mal besser. Wenn man sich Sachen auf youtube anschaut, dann weiß man das. Was Moran in London abgeliefert hat, war nur ein müder Abklatsch von früherem Glanze. Ein bissken Hauen auf religiöse Leute, dann ein paar Bemerkungen über zwischenmenschliche Beziehungen - alles nicht gerade sicher vorgetragen.

Es war der erste Abend eines sechswöchigen Engagement - da kann man hoffen, dass er seine Stimme findet. Denn er hat eine großartige Stimme, die schön schreien kann - voll von imaginierten Groll gegen die Welt. Aber nicht gestern. Vielleicht morgen. Aber da werde ich nicht mehr dabei sein. Da bleibt nur noch youtube, um von besseren Zeiten zu träumen:

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24. Oktober 2009 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Der Herbst ist gekommen…

… wie dieses entzückende Schaf in Bath auch schon herausgefunden hat:schafimherbst

21. Oktober 2009 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Guck mal, nur schöne, unglückliche Leute

Tom Ford schneidert nicht nur schöne Anzüge, er macht auch schicke Filme. Und ich bin ihm so dankbar dafür, da er damit Colin Firth endlich in die Riege von preiswürdigen Schauspielern hievt. Firth hat für seine Rolle in Fords “A Single Man” in Venedig den Preis als bester Darsteller bekommen. Und jetzt könnte er vielleicht auch für den Oscar nominiert werden. Wäre ja schön. Aber dann ist es ja so, dass er einen Homosexuellen spielt. Da gewinnt man nicht so leicht einen Oscar - es sei denn, man stirbt einen gräßlichen Aids-Tod und heißt Tom Hanks.

Egal, Preise sind ja nicht alles, gelle. “A Single Man” basiert auf einer Erzählung von Christopher Isherwood und erzählt die Geschichte von George, der nicht über den Unfalltod seines Geliebten hinwegkommt. Firth spielt diesen George ohne viel Sentimentalität, aber auch ohne große Gesten glaubt man diesem Mann seine Verzweiflung. Auch und vor allem weil er seine Trauer nicht öffentlich zeigen kann. Anfang der Sechziger Jahre gilt Homosexualität in den USA immer noch als “abartig”. George würde seinen Job als Professor verlieren, falls er sich outen würde.

Also bleibt er unsichtbar und bekommt kaum noch Luft. Dabei reicht ihm seine Umgebung schon Sauerstoffmasken - im übertragenen Sinne, natürlich, sehe schon ein bissken komisch aus, wenn man Herrn Firth die Maske aufs Gesicht drücken würde. Nein, die Sauerstoff-Geber tauchen in Gestalt von Georges bester Freundin Charly (großartig als Drama-Queen: Julianne Moore), ein unglaublich hübscher Spanier und ein Student (Nicholas Hoult, der kleine Junge aus “About a Boy”, der ganz schön groß geworden ist, wenn man mir den Tantenspruch mal erlaubt), der George anhimmelt, auf. Sie alle taumeln durch das Setting der Sechziger Jahre, schick angezogen und in großartigen Häusern.

Man kann  sagen, dass in diesem Film keine hässlichen Menschen auftauchen. Und das Beste hab ich noch gar nicht verraten - Matthew Goode spielt Georges große Liebe Jim, der eben viel zu früh durch einen Autounfall sein Leben aushaucht. Goode hat eine der schönsten Stimme unter dieser Sonne und sieht auch noch zum Niederknien gut aus. Firth und er sind so ein hübsches Paar - da hüpft mein Herz.

Leider hat auch “A Single Man”, der auf dem Londoner Filmfest gezeigt wurde, noch keinen Starttermin - weder in Deutschland noch in Großbritannien. Aber vielleicht helfen ein paar Nominierungen weiter. Die Daumen sind gedrückt.

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19. Oktober 2009 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Einmal trifft es die Richtigen

Hier in  Großbritannien hat es große Aufregung um einen Artikel der Daily-Mail-Kolumnistin Jan Moir gegeben. Boyzone-Sänger Stephen Gately war gerade gestorben und schon tanzte diese Harpyre (oder heißt es Harpyr? Schon peinlich, wenn man beleidigen will und dann nutzt man das falsche Wort) oder blöde Kuh, was auch immer, auf seinem Grab. In unglaublich perfider Art und Weise legte sie Gatelys Homosexualität quasi als Todesursache aus. Er war schwul, er und sein Freund hatten von einem Nachtclub einen Typen mitgebracht - da muss der Tod doch unnatürlich sein! War er aber nicht, wie die Obduktion ergeben hatte - und das Ergebnis dieser Obduktion lag schon vor, als Frau Moir mit Gift und Galle auf ihreTastatur haute.

Aber sie kam damit nicht durch. Dank Twitter und dem Internet fand ihre Kolumne schnell Verbreitung. Und die Menschen haben genau das gemacht, was die Daily Mail so sehr liebt, wenn mal jemand in einer BBC-Sendung flucht oder sich ihrer Meinung nach despektierlich benimmt: Sie haben sich beim Presserat beschwert. Mehr als 22.000 Beschwerden sind eingegangen - so viele hat der Rat in fünf Jahren davor allein gehabt. Die “Daily Mail” muss also dieses Mal die Medizin schlucken, die sie so gern verabreicht. Marks & Spencer haben ihre Anzeige auf der Kolumnenseite von Frau Moir zurückgezogen. Und der Presserat wird ermitteln. Ach, und es wäre zu schön, wenn diese bigotte Frau, die sich natürlich jetzt als Opfer “einer orchestrierten Internet-Kampagne” sieht, gehörig Dreck schlucken muss. Denn sie sieht es ja nicht ein. Und die Daily Mail wird sich auch nicht zu einem toleranten Blatt entwickeln. Aber einmal hat sich der Zorn der Massen auf die Richtigen entladen. Und das ist gut so.

18. Oktober 2009 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

“Flashdance” in Essex

Andrea Arnolds “Fish Tank” hat die Jury in Cannes schwerst verzückt - zu Recht. Aber leider genügt dies ja meistens nicht, um in die Kinos zu kommen. Seit ein paar Wochen läuft das Drama in britischen Kinos, aber noch ist kein deutscher Verleih am Horizont zu sehen. Und so verpasst Deutschland einen großartigen Film mit einer unglaublich charismatischen Hauptdarstellerin. Katie Jarvis wurde von einer Casting-Frau entdeckt, als sie auf einem Bahnhof ihren Freund nieder schrie. 

In “Fish Tank” spielt sie die fünfzehnjährige Mia, die von einer Karriere als professionelle Tänzerin träumt. Sie muss auch träumen, denn die Realität sieht nicht rosig aus. Sie lebt mit ihrer Mutter und kleinen Schwester in einer Hochhausgruft und wurde gerade von der Schule geworfen. Mama ist nicht gerade mütterlich und Schwesterchen raucht und flucht ebenfalls, was das Zeug hält. Aber dann kommt zum ersten Mal Wärme in Gestalt von Mutters neuem Freund Connor (Michael Fassbender) in ihr Leben. Er nimmt ihre Tanzerei ernst, zeigt ihr, wie man Fische mit der bloßen Hand fängt. Kein Wunder, dass Mia sich in diesen tollen Kerl verliebt. Leider ist auch Connor nicht ohne Fehl, und so nimmt das Drama seinen Lauf.

Nun könnte man leicht den Eindruck gewinnen, dass “Fish Tank” zu diesen grimmigen britischen Filmen Marke Mike Leigh oder Ken Loach gehört. Aber dafür ist der Film viel zu schön fotografiert und die Heldin zu energiegeladen, um den Kopf in den Sand zu stecken. Ein bisschen “Flashdance”, nur halt aus Essex. Katie Jarvis gehört zu den Kino-Entdeckungen des Jahres, genau wie ihr Objekt der Begierde, Michael Fassbender. Der Deutsch-Ire war ja schon in “Hunger” und zuletzt in “Inglorious Basterds” zu bewundern - aus dem wird was ganz Großes. Ist er ja schon, fast. 

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass es “Fish Tank” wenigstens in den DVD-Verleih schafft, damit ihr guten Leute aus Deutschland dieses Klein-Od aus Essex auch bewundern könnt:

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16. Oktober 2009 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Und noch was Schönes aus Amerika: “Untitled”

Ach, es ist sehr unwahrscheinlich, dass “Untitled” den Weg über den Atlantik in unsere Kinos finden wird. Dabei ist der Trailer so verheißungsvoll:

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Und ich liebe Adam Goldberg! Eine Schande, dass er nicht berühmter und erfolgreicher ist als all die anderen Go-Happy-Hollywood-Typen. Aber dann macht er ja auch selten in diesen Go-Happy-Filmen mit. Neulich war er bei Craig Ferguson. Es war ein Fest, den Beiden zuzuschauen:
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14. Oktober 2009 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Watt Schönes aus Amerika

Ach, es gibt wieder eine schöne Serie aus den USA - “Modern Family“. Sie haben den Doku-Style von The Office geklaut, um drei Familien bei ihrem täglichen Unglück zuzuschauen. Sie haben Ed O’Neill aus “Eine schrecklich nette Familie” wurde wieder aktiviert, ansonsten sind eher unbekannte Schauspieler am Werk. Könnte was Kultiges werden, muss aber nicht. Reicht ja schon, wenn mal wieder was wirklich Lustiges aus den Staaten in unseren Fernsehern auftaucht.

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12. Oktober 2009 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Er will Spaß, er will Spaß: Dylan’s Weihnachtsalbum

Bob Dylan schreibt seit über 25 Jahren den Soundtrack zu meinem Leben, aber ich kann nicht sagen, dass ich ein Weihnachtsalbum haben wollte. Er gibt ja bekanntlich einen Scheiß drauf, was die Leute denken, aber die Nummer, die er jetzt mit “Christmas in the Heart” brachte, ist für Fans schon sehr schwer zu schlucken. Er röhrt und nölt zu zuckersüßem Chorgesang. Was einen eher zum Lachen, denn zur Verzückung bringt. Aber vielleicht wollte Dylan gerade dies. Wer hat schon Spaß in diesen Krisenzeiten? Also schön die Ohren auf und lauschen:

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11. Oktober 2009 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

She loves you

I have an oooooooh-anecdote for you. Well, I call it an ooooooooh-anecdote, because every one of my girlfriends made that noise when I told them the story. It goes like this: as I already mentioned, I was at a Mark Eitzel concert with my boyfriend. Eitzel is one of his musical heroes. The fact that I had American Music Club on my iPod when we first met cast a magic spell on him. You could say Mr Eitzel has had a teensy tiny cupid role in our relationship. So, after the concert, when he held court at the exit of the church, I bought his record and did something I normally don’t do. I asked for an autograph. Not for me, but for my boyfriend, who was chatting with a friend and too cool for school to confront his favorite singer or just too embarrassed to ask. Anyway, I smiled at Mr Eitzel, told him how lovely his concert was and asked him for an autograph for my boyfriend. And Mr Eitzel smiled back, pulled out his pencil and scribbled “She loves you, Tom” on the cover. So, imagine that - your musical hero just gives you one of the best messages you can possibly  get. Now, that’s an ooooooooo for you, isn’t it?

09. Oktober 2009 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Heath’s knallbuntes Vermächtnis

Bald wird in Großbritannien Terry Gilliams “The Imaginarium of Doctor Parnassus” in den Kinos zu sehen sein. Heath Ledgers letzter Film, wie die Welt weiß. Und es könnte ziemlich großer Scheiß werden, wenn sich Herr Gilliam in seiner eigenen Phantasie verlaufen hat. Aber der Trailer verspricht ein schönes Spektakel. Und zeigt auch Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law in den Sequenzen, in denen sie den verstorbenen Ledger ersetzen. Hoffentlich wird es schön - wäre doch schade, wenn Heath Ledgers letzter Film eine Gurke wäre. Lasst uns die Daumen drücken, dass es ein knallbuntes Vermächtnis wird:

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