Ich muss ja zugeben, dass der ganze Grand Prix-Kram komplett an mir vorbei gegangen ist. Erst bei meinem Deutschlandbesuch wurde ich mit dem Phänomen, das Lena Meyer-Landrut konfrontiert. Meine Patenkinder sangen mir mit leuchtenden Augen ihr “Satellite” vor. Und ich musste zugeben, dass es gar nicht so eine peinliche Nummer war. Sogar richtig gut.
Die nächsten Tage ging mir der Song gar nicht mehr aus dem Kopf. Ganz im Gegenteil zu dieser Nullnummer, die die Briten ins Rennen geschickt haben - Josh Dubovie mit einem Song von Stock/Waterman, die die Welt in den 80er Jahren schon mit schlimmer Musik verseucht haben. Und sie wurden zu Recht mit dem letzten Platz beim Grand Prix bestraft. Selbst die britische Presse konnte daran nichts aussetzen, alle fanden den Song doof. Was sie aber nicht mochten - Deutschland auf Platz 1. Damit konnten sie so gar nicht umgehen. Der Telegraph schrieb tatsächlich, dass die europäischen Länder für Deutschland gestimmt hätten, weil sie Geld brauchten. Pfui!
Und dann haben sich einige noch über das Englisch von Frau Meyer-Landrut aufgeregt. Nur der Blogger vom Guardian war ganz verliebt in Lena, verglich sie sogar mit Björk. Graham Norton, der für die BBC das ganze Spektakel moderierte, machte sich noch über Hape Kerkeling lustig. Ach, alles nicht so nett. Jetzt kann man nur hoffen, dass die Engländer bei der Weltmeisterschaft gut abschneiden - noch so eine Schlappe verkraften die Damen und Herren hier nicht.