Desert Island Discs ist eine der nettesten Radiosendungen, die es gibt. Jeden Sonntag um viertel nach elf empfängt Kirsty Young interessante Menschen, die sich acht Musikstücke für den Aufenthalt auf einer einsamen Insel aussuchen müssen. Zwischendurch wird geplaudert und irgendwie scheint die Kombination besser zu wirken als ein übliches Interview. Die Leute sind viel offener. Und für die Zuhörer ist es gleich doppelt interessant - sie sehen, ob ihr Held oder Heldin einen vernünftigen Musikgeschmack hat und auch etwas auf dem Kasten hat. Tim Robbins war jedenfalls ein voller Erfolg - offen und ehrlich, sehr charmant, toller Typ.
Der Junge von der Baker Street ist zurück
Ach wie schön. Nachdem “Doctor Who” ja erst wieder Weihnachten zu sehen ist, dürstet man ein wenig nach hübsch englisch sprechenden Menschen. Und siehe da, BBC liefert. Und zwar einen Sherlock Holmes reloaded. Nix hier mit fetter Pfeife und Hut. Nee, das Ganze wurde den heutigen Sehgewohnheiten angepasst. Robert Downey Jr. hat es ja vorgemacht. Sein Sherlock Holmes ist muskelbepackt und stürzt sich in die Action. Benedict Cumberbatch scheint da eher beim Original des Denkers zu bleiben. Aber cool sieht es aus. Nächsten Sonntag geht es los - drei Folgen von “Sherlock” sind dann zu sehen. Und wetten , dass man wieder hundert Jahre darauf warten muss, bis die nächsten kommen. Seufz.
Ach, wie rührend
Natürlich hätte ich gern die deutsche Mannschaft die Weltmeisterschaft gewinnen sehen, aber es hat ja nicht sein sollen. Es wurden die Spanier. ZUM GLÜCK! Ja, ein Arjen Robben spielt wunderbaren Fußball, aber Nasen wie van Bommel und de Jong möchte man einfach nicht mit Trophäe sehen, Knochenbrecher, die sie sind! Nein, es ist schon richtig, dass die Spanier gewonnen haben und sei es auch nur darum, dass Torhüter Iker Casillas seine Freundin danach knutschen konnte. Hab kein Wort verstanden, aber gerührt war ich schon:
There is hope
Since I’ve been so utterly disappointed with the over sugary ‘cannot do real court drama and be funny’ show “Drop Dead Diva” I did some research and there you go - new good american TV shows exist. “Community” looks very promising:
Was zum Trost
Ja, die Spanier waren besser, seufz. Aber trotzdem schmerzt es ein wenig, aber zum Glück bekam ich heute den Link zu Tom Mansis neuem Video - und das hat den Tag wieder erhellt: Donkey Punch & Judy
Britischer Zuspruch
Ich würde hier gern mal mit der Mär aufräumen, dass die meisten Briten Ressentiments gegen Deutsche hätten. Den Eindruck bekommt man ja manchmal, wenn man die deutsche Presse liest, wenn sie empört britische Zeitungen zitiert. Ja, es gibt solche Idioten, die immer noch den Panzer herausholen, wenn sie deutschen Fußball beschreiben. Aber es gibt Gegenwehr. Das musste nämlich auch Paul Hayward feststellen. Der hat im Guardian sich darüber beklagt, dass so jemand wie Klose Ronaldo vom Sockel stoßen könnte, in dem er mehr Tore als der Brasilaner bei Weltmeisterschaften schießt.
Hier der langweilige, effiziente Klose und dort der geniale, launische Ronaldo, stereotyper ging es gar nicht mehr in diesem Artikel - den hat er dann auch schön von seinen Lesern um die Ohren gehauen bekommen. Es war eine Freude, wie viele darauf reagiert haben - und die Mehrzahl waren Briten. Sie haben den deutschen Fußball und vor allem Klose gelobt. Das sollte man sich merken und nicht die doofen Schlagzeilen von “Sun” oder “News of the World”. Oh, habe gerade in der Sun gelesen, wie großartig die Deutschen sind und sie es verdient haben, Weltmeister zu werden. So schnell kann das gehen.
Thou shalt not critisise the Master
Guardian writer Ian Gittins has written an awful review about Dylan’s only concert in the UK and now he is drowning in furious commentaries. Right so! We all know that thou shalt not critisise the Master - he is untouchable. Well a little bit. I know that his voice sounds sometimes quite unusual to put it mildly, but he is Dylan - the guy who is still writing the soundtrack of my life.
Und noch was Schönes
Volkes Stimme hat gesiegt. Dass ich das noch mal erleben darf: Gerade eben hat Lauren Laverne verlesen, dass der BBC Trust etwas gegen die Pläne der BBC hat, 6 Music zu schließen. Der beste Sender auf dieser Erde darf also weiter senden. Heute ist ein guter Tag. BBC 6 Music
Fußball kann so schön sein
Isset nicht schön? Ich tiriliere immer noch ob der großartigen Leistung der deutschen Jungs bei der Weltmeisterschaft. Das sind die Momente, bei denen man weiß, wie großartig es sein kann, Fußballfan zu sein. Da ich nun Fan einer Mannschaft bin, die es in den 30 Jahren meiner Unterstützung nie mehr geschafft hat, Meister zu werden, kenne ich das andere Gefühl von tiefer Fußballdepression nur allzu gut. Aber davon wollen wir jetzt mal nicht sprechen.
Die deutsche Mannschaft hat in einer Art und Weise Argentinien vom Platz gefegt, dass alle schwärmen - sogar die Brummer von BBC. Wenn ich ehrlich bin, war nur Alan Hansen immer eher skeptisch - Nullnummer Alan Shearer, das englische Equivalent zu Hansi Müller im Raushauen von Klischees und Nichtigkeiten, ist ein richtiger Fan geworden. Wie fast alle britischen Fußballreporter - sie schwärmen von Deutschlands Spiel und schauen mit Neid auf die Nachwuchsarbeit der Bundesliga. Da gibt es überhaupt keine Sticheleien, wie es sie vielleicht vor zehn Jahren gegeben hätte. Okay, sie loben immer wieder Jogi Löws Plan und Effizienz.
Das hört man in Großbritannien immer wieder - “Ihr Deutschen seid so effizient!”. Und was soll ich sagen - icke, die Hohepriesterin vom Planeten Chaos, bin in London viel organisierter als ich es je war. Beweis für die Theorie, dass man etwas nur oft genug hören muss, damit man es glaubt und danach handelt. Und so hoffe ich auch, dass die deutschen Jungs weiterhin glauben, dass sie sie unwiderstehlichen Fußball spielen und ins Endspiel kommen und dann die viel langweiliger spielenden Holländer besiegen!
Zu platt: “Drop Dead Diva”
Manchmal möchte ich den smarten britischen und amerikanischen Serien entkommen und meiner doch stark vorhandenen oberflächlichen Seite ein bissken Futter geben. Ich dachte “Drop Dead Diva” würde mich glücklich machen. Hier stirbt das Model Deb, will dies nicht akzeptieren, drückt im Himmel auf den Rückkehrknopf und findet sich im Körper der übergewichtigen Anwältin Jane wieder.
Ein Model im Körper einer fetten Frau - das ist doch mal was. Da kann man was draus machen. Manchmal gelingt das auch in der Serie, wenn etwa der Körperwahn kritisiert wird. Und die Heldin nimmt auch nicht ab, das wäre ja auch eine Variante gewesen. Aber all ihre Fälle werden viel zu schnell gelöst, einmal gut zureden und alles ist in Butter. Da bin ich weitaus Besseres gewöhnt - “Boston Legal”, beste Anwaltserie von Welt, hat sich da mehr bemüht. Nein, da ist “Drop Dead Diva” zu platt. Ich habe nun acht Folgen geschaut - und weiß schon ganz genau, wie es enden wird. Will ich das überhaupt sehen? Die 12 Pfund hätte ich auch in eine bessere DVD investieren können - “Curb your Enthusiasm” zum Beispiel. Das wäre eine völlig andere Tasse Tee gewesen - nicht so überzuckert. Seufz.