Darf ich jetzt mal auch ins große Horn tuten und ein Loblied auf ‘The Artist’ singen. Dieser Film hat das Recht, alle Preise abzuräumen - nur nicht den BAFTA, den muss dann schon noch ‘Tinker Tailor Soldier Spy’ bekommen. Aber davon abgesehen ist dieser Stummfilm ein wahres Geschenk. Ja, man muss sich erst daran gewöhnen, dass nicht gesprochen wird, aber man kommt ganz schnell rein, denn dem Charme von Jean Dujardin und Bérénice Bejo kann man sich gar nicht entziehen.
Und dann hab’ ich ja noch nicht einmal den Hund erwähnt - Uggie hat es drauf. Wenn ich Ursus nur einen seiner Tricks beibringen könnte, wäre ich überglücklich, aber unser Dackel scheut die Tricks - oder ich bin einfach zu ungeduldig, kann auch sein. Aber zurück zu ‘The Artist’ - hier wird die Geschichte des großen Stummfilmstars George Valentin erzählt, der durch den Tonfilm ins Hintertreffen gerät. Sein Absturz ist gleichzeitig der Aufstieg der quirligen Peppy Miller, die zum großen Star der ersten Tonfilme wird. Ach, ach, der arme George muss durch ganz viel durch - er steht sich natürlich auch selbst im Weg. Und das alles wird mit großem Gestus erzählt und man ist sofort gefangen. Es ist ja so schön, denn alles spielt sich bei uns im Kopf ab - man muss hier ein bissken mehr leisten als sonst. Wie sie sprechen, entscheiden wir!
Ich glaube nicht, dass es nun einen Boom von Stummfilmen gibt, ‘The Artist’ bleibt ein One-Hit-Wonder, aber was für ein Wunder. Trost für all die aufgeplusterten Filmen, die manchmal das Kino verstopfen. Bitte anschauen!