19. Januar 2012 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Unterkühlt: ‘Shame’

Michael Fassbender ist ja in den vergangen Jahren ganz groß herausgekommen und das auch zu Recht. Der Mann kann was - hübsch ist er dann auch noch, das hilft. Die Figuren, die er spielt, haben immer ein gewaltiges Innenleben - man kommt aber nie richtig an sie ran. Da verschließt sich dann der Blick. Ganz besonders passiert dies bei ‘Shame’, in dem er einen schwer gestörten Mann spielt. Was man auf den ersten Blick nicht erkennt. Sein Brandon ist sexsüchtig - er kann keine echten Bindungen eingehen. Sex funktioniert nur mit Fremden, wehe, es nähert sich mal eine Frau, die ihn auftauen könnte! Dann versagt er. Seine Schwester Cissy wird von der großartigen Carey Mulligan, die hier eine zum Heulen schöne Fassung von ‘New York’ singt. Auch sie ist angeschlagen, das bekommen wir gleich mit, wenn sie das erste Mal auftaucht.

Bei ‘Shame’ merkt man auch, dass ein Künstler hinter der Kamera stand. Steve McQueen legt Wert auf Ästhetik und dann nutzt er noch Musik, um seinen unterkühlten Brandon noch hilfloser zu präsentieren. Nicht unbedingt ein Film, nach dem man fröhlich hopsend aus dem Kino kommt. Aber das muss man ja auch nicht immer.

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