29. Februar 2012 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff, Other Stuff

Das satirische ‘West Wing’

‘West Wing’ gehört zu meinen Lieblingsserien - sie ist vielleicht meine absolute Lieblingsserie. Schon hebt sich meine Laune, wenn ich Josh und Toby und die täglichen Scharmüzel im Weißen Haus sehe. ‘The Thick of It’ war auch nicht schlecht. Britisch, also nicht ganz so pathetisch wie ‘West Wing’. Malcom Tuckers poetische Fluchereien waren eine wahre Wonne. Momentan gibt es nichts Neues von ‘The Thick of It’ - die Helden gehörten fast alle zur Labour Party. Die sind ja jetzt nicht mehr an der Macht und ‘The Thick of It’-Macher Armando Iannucci hat sich gedacht, er wartet mal ab, wie es mit der Koalition so weiter geht. In der Zwischenzeit hat er sich der amerikanischen Politik gewidmet und wird nun eine Serie über eine nicht so wahnsinnig intelligente Vizepräsidentin machen.

Julia Louis-Dreyfus -Elaine aus ‘Seinfeld’ wird sie geben und Tony Hale - Buster aus ‘Arrested Development’ spielt ihren Berater. Das ist schon mal keine schlechte Besetzung. Und Ianucci ist ein Guter - ‘In The Loop’ habe ich mir fünfmal im Kino angeschaut und es immer wieder genossen. Nun also ‘Veep’ - noch gibt es keinen Starttermin in Großbritannien, aber ich hoffe doch sehr, dass die BBC ein Einsehen hat.

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26. Februar 2012 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Call The Midwife

Die von mir sehr verehrte Miranda Hart hat gerade dafür gesorgt, dass Millionen von Briten am Sonntag den Fernseher eingschaltetet haben: ‘Call The Midwife‘ basiert auf den Memoiren der Hebamme Jennifer Worth, die in den 50er Jahren im Londoner East End gearbeitet hat. Sie wohnte und arbeitete in einer von Nonnen geführten ambulanten Station.

Hart gibt hier Chummy, posh und ziemlich unbeholfen. Lasst sie bloß nicht aufs Fahrrad! Die Komikerin macht ja auch nichts anderes in ihrer tollen eigenen Show, hier ist es nur wesentlich heruntergedreht. Die wohlige Mixtur aus Nostalgie nach der armen, aber irgendwie guten Zeit, wo man noch füreinander einstand und Nonnen eine wichtige Rolle spielten und den Einsatz eines Stars wie Miranda Hart haben aus ‘Call The Midwife’ den Quotenrenner gemacht. Ja, da muss man ein bisschen Luft holen, aber die Mini-Serie wurde von mehr Leuten geschaut als das brillante ‘Sherlock’. Sogar ‘Downton Abbey’ haben sie links liegengelassen.

Und die Menschen von der BBC sind ja nicht doof und haben gleich schon mal gesagt, dass man mit einer zweiten Staffel rechnen darf. Die natürlich erst im nächsten Jahr kommen wird. Kennen die hier ja nicht, dass man sofort reagiert und die dürstenden Fernsehzuschauer gleich bedient. Aber nein - hier in Großbritannien muss man wirklich Geduld haben, wenn man eine Serie ins Herz geschlossen hat. Da kann es schon mal dauern, bis man die zweite Staffel sehen darf. Auf der anderen Seite werden die neuen Folgen umso kostbarer. Nicht wie bei den amerikanischen Brüdern und Schwestern, wo man ‘House’ bis in die achte Staffel trägt und man eigentlich nach der fünften Staffel genug hat. Bei vielen britischen Serien hat man meistens nie genug, da will man mehr - und bekommt es meistens nicht. Das kommt bei den ‘Comedy’-Serien noch von ‘Fawltey Towers’. Da hat John Cleese gesagt, dass es zu einer dritten Staffel nicht mehr reicht. Da nutzte kein Betteln. Und wahrscheinlich ist es auch so - man will lieber 12 tolle Folgen haben als 100, von denen nur die Hälfte dem alten Standard entspricht. Frau Hart macht jedenfalls noch eine dritte Staffel von ‘Miranda’ und ich bin ihr - trotz allem, was ich hier geschrieben habe - sehr dankbar. Man darf sich doch mal widersprechen.

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22. Februar 2012 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Großbritannien entdeckt deutschen Humor

Jeden Morgen werde ich mit den sonoren Stimmen des ‘Today Programms’ geweckt. Das ist die Nachrichtensendung des Intellektuellen-Senders BBC 4. Na ja, so etwas wie Deutschlandradio, nur noch viel ambitionierter. Es ist immer sehr interessant, hier Beiträge über Deutschland zu hören. Wie sieht die Sicht der Briten auf Deutschland aus? Heute ging es um den deutschen Humor.

Aufhänger war der finnische Nazi-Scifi-Film ‘Iron Sky’, der bei der Berlinale gezeigt wurde. Die einhellige Meinung bei der BBC war, dass man über so einen Film vor zwanzig Jahren noch nicht gelacht hätte. Was ja auch stimmt. Timothy Garton Ash und Rainer Hersch erklärten den britischen Journalisten, warum man in Deutschland über Hitler-Witze lachen kann. Listen

22. Februar 2012 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Sound of Noise

Darf ich hier mal klagen - ja, ich lebe in der besten Stadt der Welt, der Metropole, die auch Kevin Spacey, Ralph Fiennes, David Tennant, Colin Firth, Alan Rickman und wer auch immer meiner Schauspielhelden ihr Zuhause nennen. Mein Herz hüpft jedes Mal, wenn ich über die Themse laufe. Aber mein Herz zuckt auch, weil die Kulturwelt hier so verdammt anglo-amerikanisch ist. Nehmen wir zum Beispiel ‘Sound of Noise’. Auf den Trailer bin ich nur durch Apple gestoßen.

Wird dieses schwedische Juwel in London gezeigt? Aber nein! In Deutschland kann man all die schönen skandinavischen Filme im Kino sehen. Hier haben sie ja gerade dänisches Fernsehen entdeckt und ich kann nur hoffen, dass sie auch endlich für das Kino ihre Lehren gezogen haben. Noch sieht es nicht so aus. Seufz. Für alle, die ‘Sound of Noise’ nicht kennen, hier mal der deutsche Trailer - die schwarze Komödie lief im vergangenem Sommer:

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17. Februar 2012 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Desert Island Discs

Desert Island Discs ist eine Radiosendung der BBC, die es seit 70 Jahren gibt. Ein prominentes Wesen muss acht Musikstücke aussuchen, die er oder sie mit auf eine abgelegene Insel mitnehmen würde. Dazwischen gibt es ein Interview, was wesentlich aussagekräftiger ist als sonstige Ergüsse.

Ich habe das alles schon einmal geschrieben, aber es kann ja nicht schaden, es noch einmal zu machen. Vor allem, wo die BBC das komplette Archiv nun online gestellt hat. Ich habe keine Ahnung, ob ihr es hören könnt, aber versucht es mal. Es ist sehr interessant, Hugh Grant, Nicole Kidman oder Rowan Atkinson vor fast zwanzig Jahren zu hören und zu wissen, was in ihrer Zukunft alles passieren wird. Unter diesem Gesichtspunkt ist es wirklich spannend: Desert Island Discs

13. Februar 2012 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Wenn der Dackel nicht will

ursusschnappschussHeute habe ich den Menschen, die im Stau auf der Blackheath Hill standen, mal etwas geboten. Sie sahen eine große Frau im grünen Parka, die verzweifelt versuchte, einen kleinen schwarzen Hund zum Laufen zu animieren. Vergeblich. Und sie sahen eine Show, die eines Oscar-Preisträgers würdig war - Zuckungen, Zitter und dann der unvermeidliche Dackelblick - “Du willst mich doch nicht bei so einer Nasskälte durch den Park schicken. Mich zitterndes Wesen, das bis drei Uhr nachmittags geschlafen hat und deshalb überhaupt keine Energie hat.”

Was soll ich sagen - kein Hüpfen, kein eingelegter Sprint half. Ursus blieb sitzen. Bis ich eingeknickt bin und wir zurückgegangen sind. Es hat ja auch fies geregnet. Morgen ist ein anderer Tag und ein weiterer Versuch, den sturen Dackel über die Wiese laufen zu lassen. Das muss er tun. Er braucht Bewegung - er soll ja schließlich kein fetter Dackel mit Rückenbeschwerden werden!

13. Februar 2012 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Die BAFTAS

Ach, es ist manchmal schon ein Kreuz, keinen Fernseher zu haben - allerdings muss ich dann auch nicht die 140 Tacken TV Licence hinblättern. Es reicht, wenn ich mir die Sachen später auf dem BBC iPlayer anschauen kann. Aber manchmal reicht es eben nicht. Wie gestern, als die BAFTA verliehen wurden und die doofen Leute der BBC es nicht gleich online gestellt haben.

Und so wurde Mr. D. heute morgen um sieben von Herrn Fry geweckt, der die BAFTA moderierte. Mal etwas anderes als die Brüller des Today Programms. Bei den BAFTAs gab keine Überraschungen, muss man leider sagen. So sehr ich ‘The Artist’ mag, ich hätte es schon lieber gehabt, wenn Gary Olman für ‘Tinker Taylor Soldier Spy’ gewonnen hätte - auch wenn M. Durjardin sehr charmant war. Es waren einige Guckschätze da, Clooney, Hamm und Firth. Letzterer erwies sich sehr ritterlich als Meryl Streep ihren Schuh verlor, aber seht selbst:

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09. Februar 2012 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Träller, träller

Im Moment nerve ich Mr. D., in dem ich ein und denselben Song höre - das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht. Und ich weiß ganz genau, dass mir in vier Wochen “Emmylou” von  ‘First Aid Kit‘ aus Schweden ganz schön auf die Nerven gehen wird, aber bis dahin singe ich voller Inbrunst dem Dackel - der mich auch schon komisch anschaut - ‘I will be your Emmylou’ vor. Hier geht es zum Video.

Und ich habe auch ‘Somebody I used to know‘ von Gotye heute nicht mehr aus dem Kopf bekommen. “Klingt wie Sting” ätzen die Menschen von BBC6 Music. Mr. D. sagt “eher wie Peter Gabriel”. Das mag er - nur nicht sechs Mal hintereinander. Pech gehabt.

Gotye spielen übernächste Woche in Deutschland - das Konzert in London, das mit 10 Pfund auch mal bezahlbar gewesen wäre, ist natürlich schon ausverkauft. Also, meine Damen und Herren, schön Tickets kaufen. Ich bin neidisch.

Nachtrag:

Ha, da sieht man mal, wie sehr ich am Puls der Zeit bin - Gotye war im Dezember auf Platz 1 in den deutschen Charts! Ist also alles ein oller Hut, aber er erobert gerade Großbritannien - und unser Haus. Mr. D., der am Anfang noch gesagt hat, dass er es gut findet, hat mir nun mit glühenden Augen gesagt, dass er es nicht mehr hören will. Zum Glück rückt er heute Möbel bei Freund P. so dass ich es heute auf Heavy Rotation packen werde und den Dackel mit “SOMEBODIIIIIIIIIIIII” verschrecken kann.

07. Februar 2012 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Ein Tag Schnee in London

und wir flippen aus! Besonders Ursus, denn es ist sein erster Schnee und hüpft wie ein Flummi über die 16 cm Schnee, die sich über Greenwich gelegt haben.ursusschnee

Greenwich Park eignet sich besonders gut zum Schlittenfahren und ich war schon neidisch auf all die Gestalten, die die Hügel gewischt kamen. Man musste nur aufpassen, dass der Dackel ihnen nicht im Wege stand.

Das war er also, der eine Tag im Schnee. Am Montag war schon die Hälfte wieder geschmolzen. Jetzt wird es wieder kälter und der Schnee auf den Wiesen des Heath ist wohl zu viel für die verwöhnten Pfoten von Ursus. Er weigerte sich jedenfalls, heute über die Wiese zu hüpfen. Darf ich sagen, dass unser Hund immer störrischer wird. Ja, ich weiß, ich höre schon die Rütters, die Cesars - ich hätte ihn einfach darüber zerren sollen, aber das wäre auch kein Spaß gewesen. Seufz.

Am Wochenende haben sie wieder Schnee angesagt, aber er wird nur leicht sein - wie schade.

rodelnbest

06. Februar 2012 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff

Update: The Mouse is dead

Es war nur logisch - da immer nur ich die Maus gesehen habe, war es klar, dass ich ihre Leiche gesehen habe - IIIIIIIIIIIIIIIIIIH. Sie fand sich nicht in der Mausefalle, sondern unter dem Sofa, als ich nach einem Kabel suchte. Darf ich sagen, dass ich ziemlich ruhig war - habe nur einmal tief eingeatmet und Mr. D alarmiert. Der Arme musste ja schon genug unter meiner Maus-Hysterie leiden. Ich bin aber im Laufe der Wochen immer cooler geworden, wenn Jane, so hab ich sie getauft, im Wohnzimmer auftauchte. Okay, nicht so cool, als ich sie in der Küche auf der Anrichte über die Plastiktüten knistern hörte. Aber zum Glück war Freundin K. da, die Mäuse liebte und für den Abend dann immer vorher schaute, ob sich da ein Nager in der Küche befand, bevor ich den Raum betrat.

Jetzt ist sie also tot - ich hätte es lieber gehabt, wenn sie einfach nicht mehr aufgetaucht wäre, aber so ist es nunmal gekommen. Und ich bete wirklich, dass sich damit die Mäusenummer erledigt hat. Man darf ja noch träumen dürfen. Eine Maus kommt selten allein. Ursus hat auch in den Wochen nicht gelernt, mal auf sie zuzuspringen und sie für immer zu verjagen. Das muss echt besser werden!