21. Oktober 2011 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Douglas Kennedy ist doch keine große Nummer

Normalerweise läuft es so bei mir  - ich entdecke eine Autorin und Autoren für mich und dann lese ich alles, von der Person, was ich in die Finger bekommen kann. Hatte ein kleines Le Carré-Revival, weil ich ‘Tinker, Tailor, Soldier, Spy’ im Kino gesehen habe. Neulich stieß ich auf ‘A Special Relationship‘ von Douglas Kennedy und ließ es nicht mehr aus den Fingern. Es handelt von einer amerikanischen Journalistin, die der Liebe wegen nach London zieht, dort den Kollegen heiratet und ein Baby bekommt. Und dann geht alles schief, was man sich nur denken kann. Der armen Frau passieren Dinge, die man seinem schlimmsten Feind nicht wünschen würde. Aber man kann gar nicht aufhören zu lesen, weil man denkt, das kann doch jetzt nicht schlimmer werden - aber denkste.

Nach dem Genuss von ‘A Special Relationship’ bin ich gleich in die Bücherei getrabt und habe mir vier weitere Bücher des Amerikaners besorgt und was soll ich sagen - Pöh. Nix Gutes. Es scheint, dass ich das Juwel im Schaffenswerk von Herrn Kennedy erwischt hatte. Also - ‘A Special Relationship’ sei allen ans Herz gelegt, vom Rest lässt man lieber die Finger.

10. Oktober 2011 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Wie nett: Midnight in Paris

Woody Allen sorgt mal wieder für Sonne im Herzen. Ich durfte ja jetzt endlich auch ‘Midnight in Paris’ schauen. Es ist mir ein komplettes Rätsel, aber sämtliche Allen-Filme laufen hier ein halbes Jahr später als in Deutschland an. Normalerweise kann ich über meine deutschen Brüder und Schwester triumphieren, weil die Filme meistens früher in Großbritannien erscheinen. Aber nicht bei Woody Allen.

Egal, ich habe ihn ja nun gesehen und war schwer verzückt. Die Geschichte von Gil (Owen Wilson), einem erfolgreichen Hollywood-Schreiberling, der so gerne ein Buch schreiben möchte und von der Gegenwart ins Paris der Zwanziger Jahre geschleudert wird. Dort sind sie alle: Hemingway, Gertrude Stein, Pablo Picasso, F. Scott Fitzgerald und seine Zelda - all die Kreativen, die das goldene Jahrzehnt schmückten. Es war eine wunderschöne Phantasie, sehr amerikanisch dazu, denn nur die Amerikaner können Paris so überhöhen. Aber schön war’s. Da überlegt man ja schon, ob man nicht in den Eurostar steigen sollte, um sich das mal wieder selber anzuschauen.

“Midnight in Paris” ist auch ein Allen-Film, der die magische 100 Millionen-Dollar an der Kinokasse überschritten hat. Den Film mögen sogar seine amerikanischen Landsleute, die sonst ja eher naserümpfend über den Regisseur urteilen. Rachel McAdams spielt hier Wilsons Verlobte, die es ganz gut findet, dass ihr Liebster Millionen in Hollywood verdient und sie so versorgen kann. Und dann stößt noch ein alter Freund von ihr zu der Gruppe in Paris - Michael Sheen spielt diesen Pseudo-Intellektuellen ganz hinreißend. Ach, es war nett, auf Woody Allen war mal wieder Verlass.

14. September 2011 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Sehr böse und gut: Hanks über ‘Toddlers & Tiaras’

In der britischen Boulevardpresse wird sich gerade mächtig über die Serie ‘Toddler & Tiara’ aufgeregt. Dabei gibt es die Serie schon seit drei Staffeln. In ihr schaut man - wenn man es aushalten kann - ehrgeizigen Müttern dabei zu, wie sie dreijährige Mädchen als Erwachsene verkleiden, um sie in Schönheitswettbewerben auftreten zu lassen. Es ist eine fremde Welt und Herr Hanks macht sich darüber in der Jimmy Kimmel Show lustig. Enjoy:

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24. Mai 2011 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Happy Birthday, Bobby!

So, der Morgen wurde mit ‘Visions of Johanna’ begrüßt, das T-Shirt wurde übergeworfen, BBC Radio wird bald eine von seinen Trillionen Dylan-Tributes senden - der Tag kann beginnen: Happy Birthday, Bob Dylan! Your song will always be sung - that’s for sure.

18. Mai 2011 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Meine erste Tierärztin

Ja, ich weiß, es wird hier ein bissken hundelastig, aber so läuft das jetzt eben. Um dem normalen Ziel dieses Blogs Rechnung zu tragen, sollte ich schreiben, dass die Doctor-Who-Folge mit Hugh Bonneville ziemlich fade war, aber dass man mich mit der Neil Gaiman-Folge wieder versöhnt hat. So, das ist mal vom Tisch. Ach, und noch was: Gladbach muss morgen gewinnen. Das können sie mir echt nicht antun, wieder abzusteigen.

Jetzt zurück zum Wichtigen: Wir waren heute mit Ursus bei der Tierärztin - und er war ganz entspannt. Ist sowieso seine Grundeinstellung. Wir waren am Samstag auf einer Party und selbst die Drinking Games der britischen Herren und die laute Musik haben ihn nicht abgeschreckt. Er hat sich von allen herzen lassen. So will ich das, einen freundlichen Hund. Wenn er jetzt auch noch wieder richtig ins Hundeklo scheißt, bin ich die glücklichste Person der Welt.

Die Tierärztin war noch sehr jung und sehr nett. Ich war ja ein wenig aufgeregt, mein erster Tierarztbesuch, aber wie gesagt alles easy peasy lemon squeezy. Ursus hat klaglos alle seine Impfungen über sich ergehen lassen. Sie meinte, dass er wohl besonders lang werden würde - ein echter Sausage Dog. Wenn ich meine Kamera wieder habe, liefere ich auch die Beweisbilder.

17. Mai 2011 ››› Abgelegt unter Brit-Stuff, Other Stuff

Unser neuer Wecker

Ach, was soll man sagen - mit einem Hund werden sämtliche Sachen widerlegt. Zum Beispiel, dass ich morgens nicht so denken kann. Das kann ja nach wie vor stimmen, wenn dieser Eintrag hier ein bissken nebelig wirkt, liegt es an der Tatsache, dass ich ihn um 6 Uhr morgens in die Tasten haue - 6 Uhr morgens! Während der Hund auf der Couch neben mir versucht, den Laptop zu zernagen und ich seine Ninja-Attacken abwehren muss. Ja, er ist winzig, aber hat jede Menge Energie - leider immer morgens um halb sechs und um Mitternacht, so dass Mr. D. und ich uns eher in Zeitlupe durchs Leben bewegen.

Ursus schläft ja jetzt unten - der Leitwolf schläft nie im selben Raum wie der Hund - das sagt man so in Hundefachsprache. Aber Hund will genau da sein wo der Leitwolf ist und jault herzergreifend und zerlegt von Abend zu Abend immer mehr meinen mühsam aus Kartons zusammengebastelten Hindernisblock vor der Treppe. Ich gebe ihm (dem Karton) vielleicht noch zwei Abende <seufz>.Ursus jault sich durch die Nacht, mal mehr, mal weniger. Und zum Dank, dass wir ihn nach unten verfrachtet haben, scheißt er auch nicht schön in sein Hundeklo, sondern auf dem Boden davor.

Alle Hundetrainer sagen, dass man derartige Unfälle nicht persönlich nehmen soll, aber ich mach es. Ich sehe es als kleine übel riechende Manifestationen des Dackelwiderstandes, der nur ein Ziel hat - das Bett des Leitwolfes. Aber da hat er sich geschnitten, der Kleine, da mag er noch so jaulen, noch so entzückend aussehen - der kommt nicht ins Bett. Freundin B. hat erzählt, dass ihr Dackel damals ein Jahr rumgejault hat, bis die Familie aufgegeben hat und ihn ins Bett gelassen hat - fortan keine durchgejaulte Nacht, aber eben auch immer ein felliges Wesen im Bett. Seufz. Vielleicht wird es in der neuen Wohnung besser - die Hoffnung stirbt zuletzt

13. Mai 2011 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Michael Althen ist tot

Das ist schon ein Schock. Keiner konnte schöner über Kino schreiben als er. Althen hatte einen wunderbaren Stil. Da waren Sätze, die man zweimal lesen musste, weil sie einen so zauberhaften Nachklang hatten. Wie gesagt, der Mann hat über Filme geschrieben, aber das erste Mal habe ich ein kurzes Stück von ihm gelesen und es so großartig gefunden, dass ich es für Jahre in mein Notizbuch behalten habe. Er hatte damals darüber geschrieben, dass sich die Welt nicht in Nichtraucher und Raucher aufteilt, sondern in Menschen, die englische Songtexte verstehen oder nicht. In seinem Fall ging es um ‘Mr. Jones’ von den Counting Crows und er hatte verstanden “hysterical women” dabei heißt es da -”We stare at beautiful women”. Und ich hatte es auch so verstanden! Das schafft Verbundenheit, einseitig zwar, aber immerhin.

Ich habe danach seine Artikel in der Süddeutschen gelesen und war ein wenig schockiert, dass er zu FAZ gewechselt ist -dem bourgoisen Feind (mittlerweile bin ich da viel abgeklärter, aber die SZ bleibt meine Leib-und Magenzeitung). Fortan hab ich bei wichtigen Filmen oder nach Oscar-Verleihung die FAZ gekauft und nur den Kulturteil behalten, damit ich seine Sachen weiterhin lesen konnte. Leider wurden seine Artikel selten online publiziert, deshalb hab ich in den vergangenen Jahren wenig von ihm mitbekommen.

Aber ich möchte allen sein Buch “Warte bis es dunkel wird” ans Herz legen - es ist eine Hommage ans Kino und warum wir uns so gerne in den dunklen Saal begeben und uns bezaubern lassen. Denn darum geht es doch - und wie er es auch gesagt hat, dass man sein eigenes Leben dabei überprüft. Es ist wirklich ein ganz wunderbares Buch und ich hoffe, sie legen es wieder auf - es war eine Zeitlang nur in Antiquariaten zu haben. Es wäre ein schönes Denkmal für ihn. Ich habe ihn ein paar Mal bei der Berlinale und Premieren von weitem gesehen, aber nie den Mut gehabt, rüber zu gehen und zu sagen, wie schön er schreibt, wie oft er mir mit seinen Texten ins Herz greift. Das kann ich jetzt nur noch hier posthum schreiben und darüber bin ich schon sehr traurig. R.I.P. Michael Althen.

07. April 2011 ››› Abgelegt unter Other Stuff

Kommissarin Lund rules

Ich habe ja schon meine Begeisterung über “Kommissarin Lund” kund getan. Ich hinke da ja drei Jahre hinterher. In Großbritannien ist jetzt die letzte Folge der ersten Staffel gelaufen und sie sind alle - na ja, 500000 von ihnen - durchgedreht. Es wurde hier mit englischen Untertiteln gezeigt, was ich besonders charmant finde, da ich dänisch mag. Ich hab leider nur einen dänischen Satz drauf und der ist so unanständig, dass man ihn nicht wiederholen kann. Was ja viel über mich aussagt. Freund Henrik hat mir alle möglichen Phrasen vorgestellt, die ich sagen könnte, sollte mir mal Mads Mikkelsen über den Weg laufen - und was behalte ich? Dreck! Pfui!

Dann ist die dänische Sprache ja auch noch so, dass man es nie so ausspricht, wie es da steht. Herr Mikkelsen würde ich ja Mats rufen, aber nein, es heißt Mees. Aber zumindest kann ich mich entschuldigen - onskyll - fragt mich jetzt nicht, wie es geschrieben wird.

Aber ich schweife ab - Kommissarin Lund oder wie es hier hieß  ”The Killing”, war großartiges Fernsehen. Da muss man sich erstmal drauf einlassen können - 20 Folgen wird ein Fall erörtert mit ganz vielen Irrungen und Wirrungen. Großartige Schauspieler, großartige Dialoge, wenn ich das übersetzt so beurteilen kann. Ich hatte den Mörder ja gleich in Verdacht. (Ich werde ihn nicht verraten, so was mach ich nicht, heiße ja nicht Andreas Kilb von der FAZ, der so gerne das Ende von Filmen verrät.) Nein, aber dann wurde ich wieder von ihm abgelenkt. Ich wollte jedenfalls nicht, dass Lars Mikkelsens Troels der Mörder ist - Mads kleiner Bruder!

Es war jedenfalls alles ganz großartig und im Herbst wird die zweite Staffel gezeigt, die Ihr natürlich alle schon gesehen habt. Ich will nix wissen! Meine Schwester hatte auch ihren Spaß, als ich, während die Serie noch lief, sie fragte, ob Troels der Mörder ist. Also, falls ihr das Ganze im Original euch anschauen wollt, das deutsche Box-Set hat ja keine dänische Tonspur - es gibt bald eine Fassung auf DVD mit englischen Untertiteln.

Wobei ich sagen muss, es hat schon Spaß gemacht, eine Serie wieder in Echtzeit zu sehen. Man ist ja so verwöhnt durch die DVD-Boxen, mit denen man sich stundenlang beschäftigen kann. Aber es war wirklich nett, jeden Samstagabend zu schauen und danach zu sehen, was die Fans im Blog für Theorien hatten, wer es denn jetzt war. So schafft man Community - das wollen doch immer alle.

14. März 2011 ››› Abgelegt unter Other Stuff

R.I.P. Günter Amendt

Manchmal hat man ja eine Vorahnung. Als ich online von dem schweren Unfall in Eppendorf gelesen habe, dachte ich mir “Hoffentlich ist da niemand darunter, den ich kenne.” Ich hatte so ein komisches Gefühl. Das leider bestätigt wurde. Der Wagen ist voll auf Günter Amendt gekracht und hat ihn sofort getötet. Herr Amendt war der Welt bekannt durch das berühmt berüchtigte Buch “Sex Front”, das er in den 70ern geschrieben hat.

Ich habe ihn nach einer Veranstaltung mal kennen gelernt, als er in Marburg gerade sein Buch über Drogenpolitik veröffentlicht hat. Amendt trat für die Legalisierung von Drogen ein und hat dies sehr klug begründen können. Und dann hat er noch einige schöne Bücher über den Meister geschrieben - das hat mich natürlich am meisten interessiert. Amendts Bücher über Dylan sind wunderbar geschrieben. Ich habe ihn nur einmal gesprochen, aber er hat großen Eindruck auf mich gemacht.

Bei diesem schrecklichen Unfall sind auch noch der Schauspieler Dietmar Mues und seine Frau um Leben gekommen. Den Mann habe ich auch ganz oft auf dem Fahrrad in Eppendorf gesehen. An der Kreuzung, wo der Unfall stattgefunden hat, habe ich in den 15 Jahren meiner Hamburg-Zeit unzählige Male gestanden, da ich in der Nähe gewohnt habe. Es weht irgendwie ein kalter Wind von Hamburg nach London. Schlimm, ganz schlimm.

02. März 2011 ››› Abgelegt unter Other Stuff

R.I.P. Suze Rotolo

Suze Rotolo ist tot. Die junge Frau, die sich auf Dylan’s Cover zu ‘The Freewheelin’ Bob Dylan” an ihn geschmiegt hat, während sie durch Greenwich Village schlenderten. In meiner Jugend habe ich sie immer heiß beneidet. Damals hatte ich aber auch noch einen rosarot verklärten Blick auf Herrn Dylan. Der Blick ist immer noch nicht klar, dulde nach wie vor kaum Kritik an den Meister, aber ich muss schon sagen - nett ist der nicht!

Suze Rotolo war seine erste richtige Freundin und hat ihn damals politisch geprägt. Durch sie hat Herr Dylan viele Denker erst kennen gelernt. Das weiß man aber auch erst jetzt, denn vor drei Jahren hat sie ihre Autobiografie geschrieben. Vorher hat sie immer die Klappe gehalten. Sie wollte nicht nur durch Dylan definiert werden. Kann man verstehen - ‘Freundin von’ ist kaum eine befriedigende Existenz. Aber sie hat zum Schluss damit ihren Frieden gemacht und ein sehr interessantes Buch geschrieben. Mit Dylan stand sie auch wieder in Kontakt. Das versöhnt mich wieder. Suze Rotolo ist am 24. Februar im Alter von 67 an Lungenkrebs gestorben. Ihr zu Ehren lege ich jetzt “Boots of Spanish Leather” auf den Plattenteller.